Der Weg des Heiligen Simeon führt
direkt zu Schafskäse und Rotwein
Gracisce.
Die Ferienregion Istrien gilt wegen ihrer 242,5
Kilometer langen Westküste als klassische Sommerdestination, besonders bei
deutschen Urlaubern. Das grüne Hinterland der an Kultur- und Naturschätzen so
reichen Adria-Halbinsel wartet dagegen noch weitgehend auf seine Entdeckung. Das
Frühjahr ist ideal, um das unbekannte Istrien im milden Mittelmeerklima zu
erwandern.
Absoluter Geheimtip für Wanderer (allein wegen der atemberaubenden
Fernsicht) ist der rund zehn Kilometer lange "Weg des Heiligen
Simeon". Er hat in der mittelalterlichen Stadt Gracisce, sieben Kilometer südöstlich
von Pazin, seinen Ausgangs- und Endpunkt.
Bevor Sie sich jedoch auf den gut markierten Weg machen, sollten Sie
zunächst einmal den malerischen Ort selbst erkunden. Gracisce steht vollständig
unter Denkmalschutz. Besonders sehenswert: die spätgotische Kirche der
Muttergottes am Hauptplatz mit Säulenhalle aus dem 17. Jahrhundert.
Traditionsgemäß haben die Frauen des Ortes früher nach glücklichen Geburten
in die Steine der Kirche Pilgernägel eingeschlagen, die noch heute sichtbar
sind.
Gracisce war auch Sommerresidenz der Bischöfe von Pican. Davon zeugt
eine Kapelle aus dem 13. Jahrhundert. Der Rest der Residenz wurde 1570
niedergerissen, aus dem Baumaterial eine "Kasca" gebaut, ein
Getreidehaus. Vom alten Friedhof hat man einen Panoramablick auf Inner-Istrien
bis hin zum Ucka-Bergmassiv (1394 Meter hoch), auch auf den Weg des Heiligen
Simeon. Er führt zunächst zur Kirchenruine des Heiligen Simeon, die der
Wanderstrecke den Namen gab. Danach geht es bergab zum Dorf Zlepcari. Hier
finden sich eine alte Wassermühle und ein sehenswerter istrischer Bauernhof.
Weiter geht es durch ein Tal zum Wasserfall "Sopot". Auf dem Hof der
Familie Bazon in Lovrici kann man die Schlüssel für zwei nahegelegene Sehenswürdigkeiten
bekommen: die Kirche des Heiligen Stephan mit Glockenturm und die Kirche der
Heiligen Madgalena. Von hier führt der Wanderweg zum Hügel Piscietak, wo eine
Quelle plätschert, von der die Ortsbewohner behaupten, dass sie nie versiegen würde.
Nach weiteren 60 Minuten Wanderung durch das Landschaftsschutzgebiet
mit interessanten Erosionsformen und Reliefs erreicht man wieder das Städtchen
Gracisce. Hier kann man sich dann in der urig eingerichteten "Kusaonica-Kasca"
erholen und stärken. Natürlich mit typisch istrischen Spezialitäten wie
Mistelschnaps, Schafskäse, Schinken (hängt neben dem Kamin an der
Wirtshausdecke) und dem Teran-Rotwein.
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