Farben vor allem sind es die Istrien -
die größte Halbinsel in der Adria - eine “optische Teilung” geben.
Durch die Karstfelsen im inneren des Landes, dort wo sie zu Tage treten.
Der weiße Karst im Norden, der graue Karst in Mittelistrien und der rote Karst
im Süden
Dazwischen dunkeles Grün saftiger Wiesen und auf rot-brauner,
schwerer Erde eine üppige Vegetation .
Das dunkle Blau des Meeres, daß sich mit weißer Gischt gegen 250 km Küste
wirft.
Immergrüne Steineiche, Strandföhren,Pinien und im Küstengebiet die Macchia, ein Buschwald im Salbei, Thymian und
Rosmarienduft .
Dazwischen rote Dächer auf niedrigen Häusern aus okerweißem Sandstein.
Goldgelb bis dunkelroter Wein aus den Reben des Teran, Malvasia,
Burgunder, Pinot und Merlot und dazu
schwarze Trüffel aus dem Wald von MOTOVUN.
Istrien, ist auch ein einmaliges Gebiet auf der Welt für Trüffel.
Hellgelb bis dunkelbraun sind die Farben im “Holz- regenbogen” in den
Holzflöten die
Drago Dragozet aus Barban baut.
Und während alle Farben des Landes bei einem Glas Sekt aus dem Ort “VRH “
bei Buzet, immer wärmere und irgend
wie immer optimistischere Töne annehmen, stehen wir auf dem Kirchturm
in diesem 130- Seelen -Nest VRH und schauen bis an die eisweißen Alpen
nach Italien, Österreich und Slowenien
und zählen nicht weniger als 153 Orte,überwiegend auf Bergrücken und
Hügel, im Überblick.
Diese andere istrische Welt, nur ein wenig abseits von den beliebten weißen
Stränden und den karibischen Wassertemperaturen.
Aber das ist typisch Istrien.
Alles Wertvolle ist wirklich “ um die Ecke” zu finden. Oft nur einige Meter von der Hauptstraße entfernt.
Die Städte Istriens wirken ein wenig
theaterhaft.
Gotische Palastfassaden, Loggien, Uhrtürme, balkonverzierte Häuser und Tore
mit dem “Markuslöwen “.
Alles verrät die Mutterschaft: Venedig.
Und darüber hinaus 2000 Jahre Geschichte auf Schritt und Tritt.
Sveti Lovrec
Pazenaticki
“In Istrien mußt Du nichts suchen, Du findest alles !” steht auf einem
großen Werbeschild neben der Straße Pula - Bale.
Eine vielversprechende Botschaft denkst du , derweil du durch ein Stadttor fährst ,
Sv. Lovrec.
Eine kleine istrische Kneipe, eine Konoba, fest im Auge und auf der Zunge schon ein
VOR-Geschmack auf gute Dinge.
Aus der Dunkelheit des Eingangs kommt diese alte Frau . Bringt Wein und Schnaps, Käse
und Feigen, Steinpilze und Schinken .
Wie wir nun da sitzen und mit vielen aahs und oohs unsere Dankbarkeit
kauen, erzählt die alte Frau ganz ernsthaft, daß die istrische Feenwelt, sorglose
Märchengestalten, ”Sv. Lovrec Pazenaticki “ gebaut haben.
" KEINE Menschen " , sagt sie bekräftigend
und zeigt dabei auf ein paar Steine und Ornamente eines schönen Hauses
neben der Konoba, als sie sieht, daß es mit dem “aaah-Wein”, dem “oooh-Speck”
nicht weitergeht.
Da war es wieder...:
...”diese verwunschene Schönheit ...”. Das Innere Istriens.
Mit - " Casa del Capitano" - gibt sie uns die letzte Verständnishilfe und damit wird
klar, daß unser kleines Reisebüchlein wiedermal am Ende seines Wissens
angelangt ist, denn es hilft uns nur zurück bis ins Jahr 1306 .
Venedig setzt seinen Vertreter in LOVREC ein.
Sein Titel: “il capitano del paesenatico”
(deshalb PAZENATICKI im Ortsnamen.) Ihm unterstehen militärisch, alle Siedlungen in Istrien.
“1306 also.”!
Die alte Frau zeigt freundliche Achtung vor unserem Büchlein und derweil
sie noch ein paar Oliven reicht, geht sie ein paar Schritte weiter in die Vergangenheit
Die Benediktiner errichten an dieser Stelle im 8 Jh. ein Kirchlein.
So lange lebt Sv. Lovrec.
Verstohlen machen unsere Augen die Runde.
Da stehen wir wieder mitten drin in einer dieser zahlreichen istrischen
"Museumstädte" und können frei wählen aus der Fülle der Aufschriften, Wappen,
mittelalterlichen Skulpturen, Grabsteine aus vorvenezianischer und venezianischer Zeit.
Stadtloggia, Stadtbasilika und Paläste.
Später, bei Kürbiskuchen mit Mohn, eigentlich ein Gericht
aus der Zagreber Region, hören wir, daß der Raum um Sv. Lovrec schon in der mittleren
Bronzezeit besiedelt wurde.
Unsere alte Frau behauptet den Lageplatz einer 30 m
langen Mauer aus dieser Zeit zu kennen ..... sie sagt es aber
nicht jedem.
Man lebt bis zum ersten Tode.
Ich hörte diesen merkwürdigen Satz zum ersten mal in der Kneipe:
“Kraj kastela” in SAVICENTA, eine kleine
Stadt neben der Strecke PAZIN - PULA.
Ein Bauer aus der Umgebung bestellte am Nachbartisch einen “Roten” und fragte
den Wirt “Wie geht es denn so..”
Und dann kam diese Antwort:
Du weißt, man lebt bis zum ersten Tode”.
Im nächsten Augenblick war da etwas ausgelöste, gegen das du garnichts tun
und denken kannst.
Bis zu dem Moment, in dem dich diese Stimme aus dem “backstage” erreicht.
“ Was ist ?.... Mach doch mal ein Foto.. !
"Schön hier, oder..... ? "
"Sehr klassisch ! "
"Renaissance."
“.... schön hier ............eine ideale Stadt."
"Ein ganz regelmäßiger , rechteckiger
Platz ”
Dabei wird das Wort - ganz - gaaaaanz lag und läuft hörbar an dieser Zeile
einheitlich gebauter Renaissancehäusern entlang.
Einheitlich, serienmäßig, geplant.
Diese Stadt ist nicht spontan entstanden, sondern mit klarem Ziel und Bedacht.
Sie ist geometrisch geplant.
Derweil im Glas nur noch ein Schluck MERLOT aus der Gegend bleibt,läuft dieses “gaaaaaanz “noch immer um
diesen Hauptplatz im Zentrum , vorbei am Kastell Grimani, an der Stadtkirche
und der Stadtloggia, vorbei an der weltichen, der kirchlichen und der städtischen
Macht, ganz im Sinne der Renaissance.
Als Pietro Morosini , Doge von Venedig wird, fällt ihm dieser Boden zu und er
plant eine Siedlung.
Es zeigt sich, dieser Mann hat Stil.
Um 1490 realisiert eine Gruppe um den bedeutendsten Architekten der Frührenaissance in Venedig, Mauro
Cordusi,
SVETVICENAT. Eine ideale Stadt.
Mit dieser gaaaaaanz unbeschreiblichen Atmosphäre, fast.....
“ ......irgendwie süß hier ! Oder ?"
VOLOSKO
..
..... am schönsten am frühen Morgen.
Wann das Ende einer harmonischen Zweierbeziehung kommen könnte, ist nicht
vorherzusehen, aber sicher bin ich, dass es sich nicht mit großen Worten ankündigt.
Wenn man das Glück hat, einen stillen Tag am Meer zu erwischen, wie das in Istrien
immerwieder zu erleben war, wenn das Wasser sich kräuselt und die kleinen Wellen
es fertig bringen immer an der selben Stelle einen Gischtkamm gleicher Länge zu zeigen, dann passiert es sehr schnell,
dass der Kopf völlig leer und die Gedanken so vage werden, wie der äußerste Punkt auf
der hintersten Wasserkante.
Es ist sieben Minuten vor Sonnenaufgang, oder ...... eine halbe Stunde mehr.
Im Magen ist so ein Gefühl. Nicht Hunger, nicht Durst
aber irgend etwas doch.
Der absolute Moment für einen wichtigen Satz, eine Erkenntnis, etwas für die Ewigkeit
oder noch ein Stück weiter.
Und dann passiert es:
“Ich frier.”
Etwas reißt Dich zurück. Die Sache mit der Ewigkeit hat sich erledigt.
Nicht hinhören.
Einfach nicht hinhören.
“Hast Du gehört, ich friiiiiier”
Das war ´s ! Aus.
“Wir sind gleich in VOLOSKO ”
Am schönsten ist es , früh am Morgen nach VOLOSKO zu kommen.
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